Was muss auf einem Hydraulikschlauch stehen?
Hydraulikschläuche sind sicherheitsrelevante Bauteile und müssen hohen Drücken sowie anspruchsvollen Einsatzbedingungen standhalten. Damit sie eindeutig identifiziert und korrekt eingesetzt werden können, sind Hersteller verpflichtet, bestimmte Informationen dauerhaft auf dem Schlauch zu kennzeichnen.
Doch welche Angaben müssen auf einem Hydraulikschlauch stehen und was bedeuten die einzelnen Kennzeichnungen? In diesem Beitrag erklären wir, welche Informationen wichtig sind und wie du die Beschriftung richtig liest.
Warum ist die Kennzeichnung wichtig?
Die Beschriftung eines Hydraulikschlauchs dient nicht nur der Identifikation, sondern auch der Sicherheit. Sie ermöglicht es, den Schlauch eindeutig einem bestimmten Typ zuzuordnen und sicherzustellen, dass er für den vorgesehenen Einsatz geeignet ist.
Anhand der Kennzeichnung lassen sich unter anderem:
- passende Ersatzschläuche auswählen
- Betriebsdaten überprüfen
- Alter und Herstellungszeitraum nachvollziehen
- Normen und Spezifikationen erkennen
Gerade bei Wartungs- und Reparaturarbeiten ist die Beschriftung eine wichtige Orientierungshilfe.
Welche Angaben müssen auf einem Hydraulikschlauch stehen?
Welche Informationen auf einem Hydraulikschlauch angegeben werden müssen, richtet sich unter anderem nach den Anforderungen der DIN EN ISO 18752 sowie der DIN EN 853, DIN EN 856 oder DIN EN 857, je nach Schlauchtyp.
Typischerweise enthält die Kennzeichnung folgende Angaben:
- Hersteller oder Markenname
- Schlauchtyp
- Nenngröße (DN)
- maximal zulässiger Betriebsdruck
- geltende Norm
- Herstellungsdatum oder Produktionscode
Viele Hersteller ergänzen zusätzlich Angaben zum Temperaturbereich oder zur Medienbeständigkeit.
Hersteller und Produktbezeichnung
Jeder Hydraulikschlauch trägt den Namen oder das Kürzel des Herstellers. Dadurch lässt sich nachvollziehen, von welchem Hersteller der Schlauch stammt.
Zusätzlich wird meist die Produktserie oder Typenbezeichnung angegeben.
Beispiel:
2SN
Diese Kennzeichnung beschreibt einen Hydraulikschlauch mit zwei Stahldrahtgeflechten gemäß DIN EN 853.
Nenngröße (DN)
Die Nenngröße gibt den Innendurchmesser des Hydraulikschlauchs an.
Typische Größen sind beispielsweise:
- DN06
- DN10
- DN12
- DN16
- DN20
- DN25
Die richtige Nenngröße ist entscheidend für den zulässigen Volumenstrom und geringe Druckverluste.
Maximaler Betriebsdruck
Eine der wichtigsten Angaben ist der zulässige Betriebsdruck.
Beispielsweise:
WP 250 bar
WP steht für Working Pressure (Betriebsdruck).
Dieser Wert darf im normalen Betrieb nicht überschritten werden.
Zusätzlich wird häufig auch der Berstdruck berücksichtigt. Dieser liegt – abhängig von der jeweiligen Norm – deutlich über dem zulässigen Betriebsdruck und dient als Sicherheitsreserve. Er ist jedoch kein zulässiger Betriebswert.
Angabe der Norm
Auf nahezu jedem Hydraulikschlauch findet sich die Norm, nach der er gefertigt wurde.
Beispiele sind:
- DIN EN 853
- DIN EN 856
- DIN EN 857
- DIN EN ISO 18752
Diese Normen definieren unter anderem:
- Aufbau des Schlauchs
- zulässige Druckbereiche
- Prüfverfahren
- Sicherheitsanforderungen
So lässt sich schnell erkennen, für welchen Einsatzbereich ein Schlauch ausgelegt ist.
Herstellungsdatum oder Produktionscode
Ebenfalls wichtig ist die Kennzeichnung des Herstellungsdatums beziehungsweise eines Produktionscodes.
Je nach Hersteller erfolgt diese Angabe unterschiedlich.
Ein häufiges Beispiel lautet:
2Q25
Das bedeutet:
- hergestellt im 2. Quartal
- des Jahres 2025
Diese Information ist besonders wichtig, da Hydraulikschläuche auch während der Lagerung altern. Im Rahmen von Wartung und Arbeitssicherheit lässt sich so die Lager- und Einsatzdauer nachvollziehen.
Warum sollte die Kennzeichnung lesbar bleiben?
Im täglichen Einsatz können Schmutz, Öl, UV-Strahlung und mechanische Belastungen dazu führen, dass die Beschriftung mit der Zeit unleserlich wird.
Ist die Kennzeichnung nicht mehr erkennbar, erschwert dies:
- die Auswahl eines passenden Ersatzschlauchs
- Wartungsarbeiten
- Sicherheitsprüfungen
- die Dokumentation nach den Vorgaben der Betriebssicherheit
Deshalb empfiehlt es sich, die Schlauchdaten bereits bei der Montage zu dokumentieren oder die komplette Schlauchleitung zu kennzeichnen.
Die Kennzeichnung ersetzt keine regelmäßige Prüfung
Auch wenn alle erforderlichen Angaben auf dem Hydraulikschlauch vorhanden sind, ersetzt dies nicht die regelmäßige Kontrolle des Bauteils.
Hydraulikschlauchleitungen sollten in regelmäßigen Abständen auf folgende Punkte überprüft werden:
- Risse oder poröse Außenhülle
- Scheuerstellen
- Knickstellen
- Undichtigkeiten
- Korrosion an Armaturen
- Beschädigungen der Schlauchleitung
Zusätzlich sind die Vorgaben der DGUV Regel 113-020 sowie der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) zu beachten. Sie empfehlen regelmäßige Sichtprüfungen sowie wiederkehrende Prüfungen durch eine befähigte Person, um die Betriebssicherheit der Hydraulikanlage sicherzustellen.
Fazit
Auf einem Hydraulikschlauch müssen verschiedene Informationen dauerhaft gekennzeichnet sein. Dazu gehören unter anderem Hersteller, Schlauchtyp, Nenngröße, Betriebsdruck, die zugrunde liegende Norm sowie das Herstellungsdatum oder ein entsprechender Produktionscode.
Diese Angaben erleichtern nicht nur die Auswahl des passenden Ersatzschlauchs, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur sicheren Verwendung und Wartung der Hydraulikanlage. Wer die Kennzeichnung richtig interpretiert und regelmäßige Prüfungen durchführt, erhöht die Betriebssicherheit und verlängert die Lebensdauer seiner Hydraulikkomponenten.
Falls du dir nun deinen optimalen Hydraulikschlauch selbst zusammenstellen möchtest, kannst du das mit unserem Hydraulikschlauchkonfigurator tun.
Unsere Experten helfen dir auch gerne bei Fragen oder der Auswahl des passenden Hydraulikschlauchs. Schreibe uns direkt über das Kontaktformular oder an info@derhydrauliker.de