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Wie alt darf ein Hydraulikschlauch sein?

Wie alt darf ein Hydraulikschlauch sein?

Hydraulikschläuche gehören zu den sicherheitsrelevanten Bauteilen eines Hydraulikkreislaufs. Sie transportieren Hydrauliköl unter hohem Druck und sind dabei mechanischen, thermischen und chemischen Belastungen ausgesetzt. Um die Betriebssicherheit zu gewährleisten, machen verschiedene Vorschriften und Regelwerke konkrete Vorgaben zu Nutzungsdauer und Prüfintervallen.

Warum Hydraulikschläuche altern

Selbst bei sachgerechter Verwendung unterliegen Hydraulikschlauchleitungen einem natürlichen Alterungsprozess. Einflussfaktoren sind unter anderem:

  • hohe oder wechselnde Temperaturen
  • UV-Strahlung und Ozon
  • Druckimpulse und Vibrationen
  • mechanische Beanspruchung
  • äußere Einwirkungen wie Schmutz oder Chemikalien

Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität des Materials ab. Dadurch steigt das Risiko von Rissen, Undichtigkeiten oder sogar eines plötzlichen Schlauchberstens.

Welche maximale Nutzungsdauer ist vorgeschrieben?

Die maßgebliche Grundlage in Deutschland bildet die DGUV Regel 113-020 „Hydraulik-Schlauchleitungen und Hydraulik-Flüssigkeiten – Regeln für den sicheren Einsatz“.

Darin wird auf die Empfehlungen der Norm DIN 20066 verwiesen. Diese sieht für Hydraulikschlauchleitungen folgende Richtwerte vor:

  • maximal 2 Jahre Lagerdauer
  • maximal 6 Jahre Verwendungsdauer ab Inbetriebnahme
  • höchstens 8 Jahre Gesamtnutzungsdauer

Die DGUV weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei um Erfahrungswerte handelt. Je nach Einsatzbedingungen kann ein früherer Austausch erforderlich sein.

Regelmäßige Prüfungen sind vorgeschrieben

Neben der maximalen Einsatzdauer schreibt die DGUV regelmäßige Kontrollen vor.

  • Tägliche Sichtkontrolle

Der Betreiber sollte Hydraulikschlauchleitungen regelmäßig auf sichtbare Schäden überprüfen. Dazu gehören insbesondere:

  • Undichtigkeiten
  • Scheuerstellen
  • Knickstellen
  • Blasenbildung
  • beschädigte Armaturen
  • Korrosion
  • freiliegende Drahtgeflechte

Werden solche Mängel festgestellt, ist die Schlauchleitung unverzüglich auszutauschen.

  • Jährliche Prüfung durch eine befähigte Person

Gemäß der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) müssen Arbeitsmittel regelmäßig geprüft werden. Die DGUV empfiehlt, Hydraulikschlauchleitungen mindestens einmal jährlich durch eine befähigte Person überprüfen zu lassen.

Dabei werden unter anderem kontrolliert:

  • äußerer Zustand der Schlauchleitung
  • korrekter Einbau
  • Dichtheit
  • Alter und Kennzeichnung
  • Funktion der Armaturen

Bei besonders hohen Belastungen oder kritischen Anwendungen können kürzere Prüfintervalle erforderlich sein.

Gefährdungsbeurteilung entscheidet über die Prüffristen

Nach § 3 der Betriebssicherheitsverordnung ist der Arbeitgeber verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Auf Grundlage dieser Beurteilung werden die erforderlichen Prüfintervalle festgelegt.

Folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:

  • Betriebsdruck
  • Druckwechselhäufigkeit
  • Umgebungstemperatur
  • mechanische Belastungen
  • Einsatzort
  • Folgen eines möglichen Schlauchversagens

In besonders anspruchsvollen Anwendungen, beispielsweise in Pressen, Hebeanlagen oder Baumaschinen, können deutlich kürzere Austausch- und Prüfintervalle notwendig sein.

Wann muss ein Hydraulikschlauch sofort ersetzt werden?

Unabhängig vom Alter fordert die DGUV den sofortigen Austausch bei:

  • Rissen in der Außenschicht
  • Beschädigungen der Einlage
  • Knickstellen oder Quetschungen
  • Verformungen
  • undichten Verbindungen
  • Korrosion an Armaturen
  • Ablösungen zwischen Schlauch und Armatur
  • Überschreiten der zulässigen Nutzungsdauer

Ein beschädigter Hydraulikschlauch stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Austretendes Hydrauliköl kann aufgrund des hohen Drucks schwere Verletzungen verursachen und zudem Umwelt- und Sachschäden nach sich ziehen.

Fazit

Die häufig zitierte 2-plus-6-Regel aus DIN 20066 und DGUV Regel 113-020 gibt einen bewährten Richtwert für die maximale Lebensdauer von Hydraulikschlauchleitungen vor. Ebenso wichtig sind jedoch regelmäßige Sichtkontrollen und mindestens jährliche Prüfungen im Rahmen der Betriebssicherheitsverordnung.

Letztlich entscheidet nicht allein das Alter über den Austauschzeitpunkt. Der tatsächliche Zustand und die Einsatzbedingungen sind ebenso entscheidend. Wer die Vorgaben der DGUV beachtet und Hydraulikschlauchleitungen regelmäßig überprüft, erhöht die Sicherheit und vermeidet kostspielige Ausfallzeiten.

Falls Du nun festgestellt hast, dass Du deinen Hydraulikschlauch auswechseln solltest, findest Du passenden Ersatz mit unserem Hydraulikschlauchkonfigurator.

Unsere Experten helfen dir auch gerne bei Fragen oder der Auswahl des passenden Hydraulikschlauchs. Schreibe uns direkt über das Kontaktformular oder an info@derhydrauliker.de

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